Es ist soweit: Mit dem Spatenstich von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel, Dr. Barbara Bludau, der Generalsekretärin der Max-Planck-Gesellschaft, dem Vize-Präsident der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Manfred Lücke, dem Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme, Prof. Dr. Peter Druschel und dem Architekten Jörg Weinbrenner erfolgt der Startschuss für den Neubau des Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme in Saarbrücken. Der Bau soll Ende 2011 bezugsfertig sein und insgesamt 10 selbständig forschende wissenschaftliche Arbeitsgruppen beherbergen. Neben drei Max-Planck-Direktoren werden sieben selbständige Nachwuchsgruppenleiter den spannenden Grundlagenproblemen im Bereich Softwaresysteme "auf die Spur" kommen. 10 Arbeitsgruppen werden in Kaiserslautern forschen, wo etwa zeitgleich ein Neubau entsteht. Mit in das Gebäude, das einen weiteren Meilenstein für den Informatik-Standort darstellt, ziehen auch Wissenschaftler aus dem MPI für Informatik, deren im Jahre 1996 fertiggestelltes Institutsgebäude inzwischen aus allen Nähten platzt.
Minister Rippel: „Ich begreife dies als positive Konsequenz einer nachhaltigen Standortpolitik und Bemühungen, Saarbrücken und das Saarland zum führenden Forschungsstandort der Informatik zu entwickeln. Der Standort wird dadurch zu einem Innovationskern, denn dieses exzellente Know-how soll auf der Wertschöpfungskette genutzt werden, auch durch Unternehmen. Und dass die Forschungstätigkeit aktuell gesellschaftspolitisch relevant ist, zeigt eindrucksvoll die Bioinformatik mit ihrem Beitrag zur Bekämpfung des Schweinegrippenvirus.“
Im neuen Gebäude werden auf rund 3.500 m² insgesamt mehr als 200 Wissenschaftler Platz finden. Daneben werden im Erdgeschoss mehrere Seminarräume und ein großer Hörsaal gebaut, um Engpässe in diesem Bereich aufzufangen.
Große Teile des Parkdecks und der Tiefgarage, die mit dem Erweiterungsbau Informatik und dem MPI für Informatik erstellt wurden, werden abgerissen, um genügend Fläche für den Neubau zur Verfügung zu haben. Der dadurch entstehende neue Vorplatz -quasi ein luftdurchlässiges Atrium- wird als Platz der Informatik neu gestaltet.
Das Saarland stellt für den Neubau und die Ausstattung Sondermittel in Höhe von 22 Mio. EUR zur Verfügung, kofinanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, die im Rahmen der Umstrukturierung und des Strukturwandels an der Saar dankbar von der Max-Planck-Gesellschaft aufgenommen wurden. Generalsekretärin der MPG, Dr. Barbara Bludau: „Ich bin dankbar für das finanzielle Engagement des Saarlandes und freue mich, dass das neue Max-Planck-Institut für Softwaresysteme nun auch physisch Einzug auf dem Campus erhält. Ich bin mir sicher, dass durch die Synergieeffekte Forschung und Innovation vor Ort einen weiteren Schub erhalten werden. Als Informatikstandort hat Saarbrücken seine Exzellenz bereits bewiesen; mit unseren Instituten wollen wir zur Weiterentwicklung beitragen.“
Dass das neue Institut ins Saarland geholt werden konnte, verdankt es einem bereits bestens funktionierenden Informatik-Cluster, das mit dem MPI für Softwaresysteme international führende Kompetenz im Bereich der Softwaretechnik, Programmiersprachen, Sicherheit und eingebettete Systeme erhält und so seine international führende Position weiter ausbauen kann.
Gründungsdirektor Prof. Dr. Peter Druschel: „Die ersten 43 Mitarbeiter des neuen Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme arbeiten derzeit, nachdem im Science Park die Fläche nicht ausreichte, in dem Wartburg-Gebäude in der Martin-Luther-Straße. Es liegt auf der Hand, dass die Mitarbeiter dort schnellstmöglich auf den Universitätscampus in die Nähe der Forschungskollegen umziehen möchten, um stärker von den Synergien profitieren zu können. Geplant ist mit Teilzeitkräften eine Aufstockung auf 190 Beschäftigte. Am MPI für Informatik sind derzeit 262 Mitarbeiter beschäftigt, im Neubau sollen es 315 Mitarbeiter sein. Insgesamt werden dann an den beiden Saarbrücker Max-Planck-Instituten 505 Beschäftigte arbeiten.“
Minister Rippel: „Informatik-Zentrum und das IT-Cluster bieten eine hervorragende Ausgangsbasis für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und neue Beschäftigung. Die in der Förderperiode 2007 bis 2013 von der Europäischen Union bereitgestellten Mittel nutzen wir, um das Standortprofil zu schärfen. Dieses Neubauprojekt ist hierfür besonders geeignet, denn es stärkt das Fundament und Perspektive der saarländischen IT-Wirtschaft. Zusammen mit dem Kompetenzzentrum für Informatik und dem Cluster „it saarland“, den Forschungskapazitäten der Hochschulen und den weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und „Schloss Dagstuhl – Leibniz-Zentrum für Informatik“ ergibt sich daraus ein starker Innovationskern, von dem ich mir für den weiteren Strukturwandel viel erwarte.“
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